Der Frühling steht vor der Tür, die klassische Zeit des Wintersport ist beendet und lässt einen Rückblick zu. Nach kurzer Überlegung habe ich den Entschluss gefasst, ohne Namen, Zahlen, Vergleiche und Tabellen auszukommen, sondern den Fokus stattdessen auf andere Fakten zu legen.

Alle Menschen haben unglaublichen Willen, Kraft, Leidenschaft und den Traum, dem Aufstand der Synapsen zu Folgen, zu Leben. Die Kraft entwickelt sich durch Willen, katapultiert seine unerschöpfliche Energie solange heraus, bis die Leidenschaft dazu führt, sich dem Erleben hinzugeben.

Im Jahr 1984 hat sich die Stadt Los Angeles ausgesprochen, nicht Austragungsort der Paralympischen Spiele [Paralympics] sein zu wollen, weil behinderte Athleten nicht zum “makellosen Image der Stadt passen” würden. Eine absurde These, die sich aus gegebenen Anlass sehr gut eignet, den Spieß zu drehen und ein kurzes Loblied auf die eigentlichen, die heimlichen Stars zu singen.

 

Nummer 1: Die Leidenschaft

Der Mensch neigt bekanntlich zur Bequemlichkeit. Es klingt sicher überspitzt, aber nennen wir das Kind beim Name: Wind, Wasser (als Regen, Hagel oder Schnee) und eisige Temperaturen sind nicht das klassische Ambiente für die breite Masse. Die Entscheidung zu treffen, die Neigung links liegen zu lassen, das Haus zu verlassen und sich den Gewalten der Natur zu stellen, ist aller Ehren wert. Das Ganze über ein normales Maß hinaus zu tun, in der Freizeit gleichermaßen, das ist bewundernswert.

 

Nummer 2: Der Wille und die Kraft

Rückschläge nicht als Zeichen zur Aufgabe zu werten, sondern als Zwischenschritt auf dem fortlaufenden Weg zu gesetzten Zielen, das braucht Kraft. Allerdings ist Kraft nicht alles, wenn es darum geht, Resultate zu erreichen. Es kommen Punkte und Momente, an denen Rückschläge so erschütternd sein können, dass Geduld, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen, kurz der Wille vorauszuschauen, wichtiger werden.

 

Nummer 3: Das Engagement

Gemeinsam sind wir stark. Keine Leistung, mental oder körperlich, kann alleine bestehen. Es ist schön zu erinnern, wie viele Menschen in den vergangenen Monaten des Winters weltweit im Einsatz waren. Freiwillige im besonderen Maße. Sport kann ohne Gemeinschaft, ohne Streben nach einem gemeinsamen Ziel, nicht bestehen. Die Pyramide, der Sportler als Spitze, braucht die Gesamtstruktur wie die Luft zum Atmen. Selbstverständlich gehören auch die Fans, die jubelnden Anfeuernden dazu.

 

Nummer 4: Der Traum

Jeder Mensch, der sich im Sport engagiert, tut es aus anderem Antrieb. Die einzelnen Impulse und Ziele sind dabei so individuell wie unzählbar. Was alle verbindet ist die Liebe zum Dabei sein und der unendlich drehenden Spirale des Ehrgeiz. Citius, altius, fortius.

 

Titelfoto: (c) Rita Maurer